Springe direkt zu: Inhalt Hauptmenü

Wie wird der Wiedereinstieg organisiert?

Foto: Oliver Mader mit Kind

Tipp vom Experten

Oliver Mader, Leiter der BRK-Kindertagesstätte „In den Kirschen”, München:

„Wenn Frauen oder Männer nach der Elternzeit zu uns zurückkehren wollen, können wir ihnen z. B. einen Krippenplatz für ihr Kind anbieten. Auch bei der Gestaltung der Arbeitszeit sind wir flexibel. Was besonders viel zählt, sind die gute Atmosphäre und die Gemeinschaft in unserem Team. Und auch die Teilzeitkräfte können bei uns mitentscheiden und mitgestalten.“

  • Aufklappen
    Zuklappen

    Förderprogramme für den Wiedereinstieg

    Foto: Aufgeschlagener Ordner

    Fortbildungsinstitute bieten Programme ab dem Wiedereinstieg in den Beruf an, z. B.:

    • Fortbildungseinrichtungen (Diakonie Bayern, Evangelischer KITA-Verband Bayern, Verband katholischer Kindertageseinrichtungen Bayern) unterstützen und fördern pädagogische Fachkräfte von Anfang an in ihrem Berufseinsteigerprogramm. Im Mittelpunkt stehen die Entwicklung individueller Kompetenzen und die Fähigkeit zur fachlichen Reflexion. Deshalb beginnt das Programm erst zum Zeitpunkt des Wiedereinstiegs. Es wird vollständig von der Landeskirche finanziert und ist im Umfang von vier Seminartagen und fünf halbtägigen Treffen der kollegialen Praxisberatungsgruppen kostenfrei.
    • Das Pädagogische Institut (PI) der Landeshauptstadt München bietet ein kostenloses Berufseinführungsprogramm an für neu-, quer- und wiedereinsteigende Erzieherinnen und Erzieher sowie für Kinderpfleger und Kinderpflegerinnen, die bei der Stadt beschäftigt sind.
  • Aufklappen
    Zuklappen

    Wer unterstützt Fachkräfte, die nach einer längeren Familienphase wieder in den Beruf einsteigen möchten?

    • Die Bayerische Staatsregierung unterstützt Frauen und Männer nach einer mehrjährigen Familienphase durch die Orientierungsseminare NEUER START. Sie geben Motivations-, Orientierungs- und Entscheidungshilfen für die Berufs- und Lebensplanung. Orientierungsseminare werden bayernweit von verschiedenen Bildungsträgern und Fraueninitiativen angeboten und jährlich mit rund 75.000 € gefördert.
  • Aufklappen
    Zuklappen

    Warum lohnt sich der Wiedereinstieg?

    Foto: Oliver Mader bei der Arbeit
    • Fachkräfte verdienen nach ihrer Familienphase wieder ihr eigenes Geld und sichern ihre wirtschaftliche Unabhängigkeit. Darüber hinaus mehren sich die Rentenbeitragsjahre.
    • Neben der fachlichen Kompetenz kann die persönliche Erfahrung als Mutter oder Vater eine enorme Bereicherung sein. Familien, die ihr Kind in eine Kindertageseinrichtung geben, schätzen vor allem die Erfahrungen von Fachkräften, die selbst Eltern sind.
    • Beide Kompetenzen, die beruflichen und privaten Erfahrungen, fließen zusammen.
    • Darüber hinaus wächst durch den Erfahrungsschatz die Akzeptanz und das Einfühlungsvermögen in die Eltern der betreuten Kinder, da die Pädagoginnen und Pädagogen aus persönlicher Erfahrung wissen, was es bedeutet, Eltern zu sein.
    • Durch den Wiedereinstieg erhalten pädagogische Fachkräfte den Anschluss an aktuelle pädagogische Themen und die frühkindliche Bildungspraxis.
    • Träger von Kindertageseinrichtungen entscheiden sich häufig bewusst für berufliche Wiedereinsteigerinnen und Wiedereinsteiger, da diese häufig reflektierter sind und eine Bereicherung für das Team einer Kindertageseinrichtung darstellen.
  • Aufklappen
    Zuklappen

    Gibt es Arbeitszeitmodelle, die Eltern den Wiedereinstieg in den Beruf erleichtern?

    Foto: Kinderpflegerin macht Notizen

    Für pädagogische Fachkräfte gibt es mehrere Arbeitszeitmodelle und individuelle Wege.

    • Ein gängiges Modell ist, dass das eigene Kind bzw. die eigenen Kinder mit in der Kindertageseinrichtung oder einer anderen Einrichtung des Trägers betreut werden.

      Vorteile:

      • Bei einem Mangel an Krippen- und Kindergartenplätzen kann der Träger dem eigenen Personal Plätze sichern und den Berufseinstieg ermöglichen.
      • Der Anfahrtsweg zum Arbeitsplatz ist auch der Weg zur Kita des Kindes, wodurch keine zusätzlichen Fahrtwege entstehen.
      • Die Eingewöhnung des Kindes ist gleitend, da die Mutter bzw. der Vater in der Einrichtung anwesend ist und die Bezugsperson des Kindes kennt. (In den meisten Fällen ist das Kind in einer anderen Gruppe.)
    • Ein weiteres Modell ist das Jobsharing, bei dem sich zwei Fachkräfte eine Vollzeitstelle teilen. Sie können sich über die Arbeitszeit absprechen und flexible Lösungen vereinbaren.