Bayern

Matthias, Roberto und Alexej malen den Herzwerker Schriftzug als Lighttag.

 

Helga Leitner, Erzieherin und Leiterin einer Wohngruppe der Evangelischen Kinder- und Jugendhilfe Feldkirchen

Vertrauen.

„Früher habe ich in einem Erholungsheim für Kinder gearbeitet. Ich fand es immer schade, wenn die Kinder nach sechs Wochen wieder fuhren: Die langfristige Beziehungsarbeit in der Jugendhilfe reizte mich mehr. Inzwischen arbeite ich seit über 25 Jahren in der Wohngruppe. Die Arbeit ist kräftezehrend und belastend. Deshalb habe ich zwischendurch auch immer wieder etwas anderes gemacht.

Ich konnte unser Haus mit planen und einrichten, gemütlich gestalten. Mir gefällt, dass wir sehr selbständig arbeiten und unsere Konzepte umsetzen können. Ich erlebe die Entwicklung der Kinder und kann sie oft positiv beeinflussen.

Wenn kleine Kinder zu uns kommen, bauen wir ihnen ein Nest. Sie fassen schnell Vertrauen. Ältere sind viel zurückhaltender: Es dauert oft lange, bis eine Basis aufgebaut ist. Manche Kinder haben schon viel erlebt und mitgemacht, viele Stationen durchlaufen.

Bei uns können sie bleiben, bis sie erwachsen sind – oder in ihre Familien zurückkehren können. Die Elternarbeit ist für uns sehr wichtig. Wir sprechen regelmäßig mit den Müttern und Vätern und beziehen sie möglichst in alle wesentlichen Entscheidungen ein.

 

Nicole Dauer, Erzieherin und Psychomotorikerin in einer Wohngruppe der Evangelischen Kinder- und Jugendhilfe Feldkirchen

Intensiv.

Wie ist die Arbeit in Ihrer Wohngruppe organisiert?

„Jeder im Team ist die Bezugsperson für jeweils zwei Kinder. Sie oder er arbeitet eng mit den Eltern zusammen, hat alle Termine im Überblick – und ist intensiv für diese beiden Kinder da. Da entstehen viel Nähe und Vertrauen. Aber wir arbeiten im Schichtdienst, sind nicht immer im Haus. Deshalb können die Kinder und die Eltern alle im Team ansprechen.“

Wie kommen Sie mit dem Schichtdienst klar?

„Ich habe eine 40-Stunden-Woche. Tagsüber sind wir zu mehreren hier, nachts schläft eine Betreuerin oder ein Betreuer im Haus. Ich kann das gut mit meiner Familie vereinbaren. Aber natürlich muss mein Partner mittragen, dass ich nicht jede Nacht zu Hause bin – oder auch mal zehn Tage mit den Kindern aus der Wohngruppe in Urlaub fahre.“ Warum arbeiten Sie in einer Wohngruppe? „Hier kann ich Kinder begleiten, bis sie groß sind. Ich kann ihnen etwas fürs Leben mitgeben. Ich arbeite in engem Kontakt mit den Eltern. Und ich kann meine eigenen Fähigkeiten und Interessen einbringen – ich habe z. B. allen Kindern das Schwimmen beigebracht.“

Gut zu wissen:

Wohngruppen sind ähnlich wie Familien strukturiert. Jedes Kind hat eine feste Bezugsperson. Wie in einer Familie werden Freizeit, Wochenende und Ferien gemeinsam geplant und gestaltet – und natürlich auch Lernen und die Hausarbeit.

Jedes Kind wird individuell gefördert. Das Team arbeitet eng mit den Eltern, dem Jugendamt und anderen Fachkräften zusammen.

Katrin Lang, Dipl.-Sozialpädagogin, Jugendsozialarbeiterin an einer Grundschule

Sinn.

Warum haben Sie sich für die Jugendsozialarbeit an einer Grundschule entschieden?

„Ich war lange Zeit in der offenen Kinder- und Jugendarbeit, auch als Leiterin, später in einer Kompetenzagentur für Jugendliche ohne oder mit schlechtem Schulabschluss. Immer wieder habe ich gemerkt, dass man viel früher ansetzen muss. Deshalb wollte ich zur Jugendsozialarbeit an Grundschulen.“

Wer kommt auf Sie zu?

„Meist macht mich eine Lehrkraft aufmerksam. Kinder im Grundschulalter können oft noch nicht ausdrücken, wo das Problem liegt. Vielleicht erzählt ein Kind im Unterricht, dass es geschlagen wird – ganz unbedarft, weil sein Gefühl für 'richtig' und 'falsch' noch nicht voll entwickelt ist. Ich lade dann das Kind zu mir ein. Wir fangen z. B. mit einem Quartettspiel an oder malen Mandalas aus: Wenn die Hände beschäftigt sind, redet es sich gut. Irgendwann kommen wir dann zum Thema. Ich sage den Kindern, dass ich auch mit ihren Eltern sprechen werde: 'damit deine Eltern es für dich besser machen können.' “

 
Was macht Frau Lang an eurer Schule?
Michelle: Frau Lang hilft, wenn man sich
wehgetan hat.
Gibt es dann ein Pflaster?
Michelle: (lacht) Ich glaube, sie hilft mit Zuhören
und Reden.
 
 

Kathrin Bayerl, Sylvia Meimer und David Rothfuß, Dipl.-Sozialpädagogen bei der Koordinierenden Kinderschutzstelle (KoKi) im Amt für Jugend und Familie Regensburg

Vernetzt.

Was machen Sie in der KoKi?
David Rothfuß: KoKi ist Netzwerkarbeit und Familienarbeit. Wir gewinnen und sensibilisieren Netzwerkpartner wie Hebammen, Ärzte und Kitas. Wir leisten viel Aufklärungsarbeit: Wie nehme ich wahr, dass eine Mutter sehr unsicher, überlastet oder sozial isoliert ist? Wie erkenne ich Vernachlässigung? Erkennen sie einen Hilfebedarf, sprechen sie die Eltern und die KoKi an. Dann kann ein gemeinsames Gespräch z. B. in der Kita stattfinden. Wir können dann selbst helfen oder die Eltern z. B. an die Erziehungs- oder die Schreibaby- Beratung vermitteln. Das Ziel ist immer, Eltern so zu helfen, dass sie ihre Kinder irgendwann selbst gut erziehen können.
Unser Netzwerk wächst, es melden sich immer mehr Partner – und auch Eltern. Die Mund-zu-Mund-Propaganda funktioniert.
 
 

Stefanie und Alexander, das Elternpaar wollte gerne anonym von seinen Erfahrungen mit der Schreibaby-Beratung berichten. Unser Bild zeigt die Dipl.-Sozialpädagogin und Familientherapeutin Elisabeth Berr-Keuchl.

Erleichternd.

Alexander: Ich hatte vor der Geburt unserer Tochter keine Erfahrung mit Babys.
Stefanie: Ich hatte relativ viel Erfahrung. Aber ich war unsicher: Was ist üblich, was ist zu viel? Charlotte ist nachts wahnsinnig oft wach geworden, hat geschrien, war nur durch Herumtragen zu beruhigen. Die Hebamme war ratlos. Sie meinte, das sei nicht normal. Da wurde ich noch unsicherer. Ich bekam von allen Seiten gut gemeinte Ratschläge. Ich solle das Kind einfach schreien lassen ? Irgendwann war ich völlig fertig, wachte jede Stunde auf, konnte einfach nicht mehr. Da empfahl uns unser Kinderarzt die Schreibaby- Beratung. Ich hatte Angst, dass die Menschen in unserem Umfeld uns abschätzig beurteilen.
 

Sie hat uns auch sehr gut vermittelt, warum Charlotte schreit.

Stefanie:

Charlotte schläft nach wie vor nicht viel, aber wir kommen jetzt gut zurecht.

Alexander:

Unser Familienleben hat sich entspannt. Was ich besonders gut fand: Die individuelleBeratung – mit allgemeinen Tipps aus Büchern kamen wir nicht weiter. Die hohe Kompetenz. Und die umfassende Beratung, die nicht nur aufs Kind zentriert war, sondern die ganze Familie einbezog.

Das war sehr effektiv. Nach den ersten zwei Stunden hatten wir das Gefühl, gut aufgehoben zu sein.

Stefanie: Wir empfehlen die Schreibaby- Beratung jetzt im ganzen Bekanntenkreis weiter.
 
 

und geben den Kindern noch mehr Anregung statt Ruhe. Oder das Kind wendet den Blick ab. Die Mutter denkt, es langweile sich, suche Abwechslung. Dabei will es zeigen, dass es eine Pause braucht.

E. B.-K.:

Wenn das Kind schreit und die Eltern es hochnehmen, ist das Baby oft überrascht und hört kurz auf zu schreien. Die Eltern sehen sich dadurch bestärkt und neigen noch mehr zum Tun statt zum Lassen.

Was ist das Ziel Ihrer Arbeit?

E. B.-K.:

Wir entwickeln gemeinsam mit den Familien ein individuelles, für sie passendes Konzept. Unser Ziel ist es, sie zu entlasten und ihnen positive Erfahrungen zu vermitteln. Damit senken wir

S. V.:

Wenn es um den Tagesrhythmus des Kindes geht, fragen wir auch nach den Bedürfnissen der Eltern: z. B. „Sind Sie ein Morgen- oder ein Abendmensch?“ Und wir überlegen gemeinsam: Ist jetzt eine gute Phase, etwas Neues anzufangen? Oder steht womöglich ein Urlaub oder ein Umzug an und es ist wichtig, die Situation erst mal durchzustehen?

Wir laden Eltern auch ein, auf andere Kulturen zu sehen: Wie wachsen Kinder in anderen Ländern auf? Wir machen Lust darauf, kreative Lösungen zu finden.

E. B.-K.: In manchen Kulturen schlafen die Kinder im Elternbett. Das ist okay, wenn dabei alle gut schlafen. Wichtig ist, seine persönliche Erziehungsrichtung festzulegen.
E. B.-K.: Es ist eine innere Freude, zu sehen, dass man Sichtweisen verändern und Familien etwas Positives mitgeben kann. Wenn der ‚Teufelskreis‘ zum ‚Engelskreis‘ wird und die Freude die Belastung überwiegt.
Gut zu wissen:

Wann spricht man von einem Schreibaby?

  • Als Faustregel gilt: Wenn das Baby über drei Wochen hinweg an mindestens drei Tagen pro Woche mindestens drei Stunden pro Tag schreit.
  • Wenn ärtzlich abgeklärt ist, dass keine medizinischen Gründe wie z. B. Bauchschmerzen (Koliken) die Ursache sind.
  • Das unstillbare Schreien eine ganz besondere für die Eltern schwer erträgliche Modulation hat.

Das Problem ist weit verbreitet: Jedes vierte bis siebte Baby ist betroffen. Es ist nicht die ‚Schuld‘ der Eltern, wenn ein Baby unstillbar schreit. Fachleute können sie unterstützen, die Signale des Babys richtig zu deuten und entsprechend zu reagieren.

In der Schreibaby-Beratung kann Eltern und ihren Babys sehr oft rasch und nachhaltig geholfen werden. In den Beratungsstellen arbeiten i. d. R. Sozialpädagoginnen und Sozialpädagogen und Psychologen.

Angelika Sabo, Erzieherin in der Kinder-Notwohnung des Nürnberger Kinder- und Jugendnotdienstes (KJND)

Chance.

„Bei uns finden Kinder von 3 bis 12 Jahren Unterschlupf.

In Notfällen nehmen wir auch Babys auf. Wir haben eine Aufnahmepflicht. Die Kinder kommen zu uns, weil die Eltern Probleme mit Alkohol oder Drogen haben oder weil sie ihre Kinder misshandelt oder missbraucht haben. Manchmal ist eine Pubertätskrise auch so gravierend, dass es helfen kann, wenn die Jugendlichen vorübergehend zu Hause ausziehen.

Die Kinder bleiben so kurz wie möglich und so lange wie nötig.

Manchmal nur einige Stunden, oft einige Wochen oder Monate, manchmal bis zu einem Jahr. Auch wenn klar ist, dass sie nicht zu ihren Eltern zurückkönnen, dauert es oft einige Zeit, bis wir z. B. eine Pflegefamilie gefunden haben. Vorallem bei Geschwisterkindern, Kindern mit besonderem Förderbedarf oder verhaltensauffälligen Kindern ist es oft nicht einfach, eine Pflegefamilie zu finden.

Manche Kinder reagieren am Anfang aggressiv, andere ziehen sich zurück.

Manche sind aber auch völlig distanzlos: Sie sind froh, dass sich jemand um sie kümmert und

aufgeräumt. Auch die Dokumentation gehört zu unserer Arbeit: Über das Verhalten der Kinder bei uns, in der Schule oder der Kita, über die Gespräche und Treffen mit den Eltern und Familien, über die Zusammenarbeit mit dem Jugendamt. So stellen wir auch sicher, dass jeder im Team immer auf dem aktuellen Stand ist.

Wir wollen eine möglichst gute Lösung für jedes Kind und jede Familie finden. Eine Krise ist natürlich erschreckend, oft verstörend für das Kind. Aber eine Krise ist nicht das Ende, sondern auch eine Chance.

Eine gute Lösung ist für jede Familie eine andere.

 
 
Mein Tipp:

Ich habe einen Realschulabschluss. Die Ausbildung an einer Fachakademie für Sozialpädagogik bringt mir zwei Abschlüsse: den Berufsabschluss als Kinderpflegerin nach 2 Jahren und als Erzieherin nach Beendigung der Ausbildung. Gleichzeitig erwerbe ich die Fachhochschulreife, die Zugangsvoraussetzung für ein Fachhochschulstudium im sozialen Bereich ist.

1. Jahr:

- Theorie und fachpraktischer Unterricht
- 1. Vorpraktikum (oft im Kindergarten)

2. Jahr: - Theorie und fachpraktischer Unterricht
- 2. Vorpraktikum (mit älteren Kindern)
Abschluss als Kinderpflegerin bzw. Kinderpfleger
3. + 4. Jahr - Schwerpunkt Theorie und fachpraktischer Unterricht
- Begleit-Praktikum
5. Jahr - 1-jähriges Betriebspraktikum

Abschluss als Staatlich geprüfte Erzieherin bzw. Staatlich geprüfter Erzieher.

Danach kann ich direkt in den Beruf einsteigen oder z. B. soziale Arbeit studieren.

Chris Manet, Dipl.-Sozialpädagoge und Leiter in der Sozialen Gruppenarbeit Nürnberg-Nord

Stolz.

„Ich komme selbst aus sozial schwachen Verhältnissen. Ich war auf einer verrufenen Hauptschule, habe als Jugendlicher auch blöde Sachen gemacht. Ich habe es geschafft, da rauszukommen und bin stolz darauf, dass ich studiert habe.

Es bewegt mich sehr, wie Jugendliche dargestellt werden. Man bekommt manchmal den Eindruck, sie sind brutal, schlägern und saufen nur. Die Folge sind Restriktionen.

In der Kinder- und Jugendhilfe fragen wir nach dem Warum, den Ursachen.

Ich habe mich immer für den Menschen interessiert. Für meinen Beruf habe ich mich entschieden, weil ich Kinder und Jugendliche einfach mag. Wichtig ist für mich, authentisch zu sein. Ich bin offen und ehrlich zu den Kids, lasse mich auf ihre Themen ein, weil sie mich interessieren, frage nach.“

 
 

einem Lokalsender ein Radioprojekt zum Thema Gewalt gemacht, eine Art Gegendarstellung.

MJ:

Die Kinder lernen auch durch Alltägliches: Dass man gemeinsam isst – und im Sitzen, dass man gleichzeitig anfängt und nicht einfach aufsteht. Das nehmen sie einfach so mit, ohne dass wir groß darüber sprechen.

Man muss sich nicht gleich auf jedes Problem stürzen …

CM:

… nach dem sozialpädagogischen Klischee: ‚Lass uns mal darüber reden‘. Es ist kein Zufall, dass hier eine Frau und ein Mann zusammenarbeiten. So können sich Mädchen und Jungs von unserem Verhalten viel abgucken.

Am Anfang reden wir über Regeln. Dann stellen die Kids selbst die Regeln für ihre Gruppe auf. Wir schreiben die Regeln auf ein Poster. Gemeinsam bewerten wir jedes Mal, was gut und nicht so gut gelaufen ist.

MJ:

Einmal haben wir ein Lagerfeuer gemacht und darin die schlimmsten Schimpfwörter verbrannt. Viele haben sich daran gehalten.

Manchmal schließen wir auch Verträge mit den Kindern ab und benennen zwei konkrete Ziele. Zum Beispiel: ‚Ich krabbele nicht dauernd unter den Tisch‘, ‚Ich ziehe mich nicht aus der Gruppe zurück‘ oder ‚Ich drohe nicht dauernd, die Schule zu sprengen‘.

Ganz wichtig ist, den Kindern klarzumachen, dass unsere Kritik nur ihr Verhalten meint, nicht sie als Person.

CM:

Wir sind auch ständig in Kontakt mit den Eltern. Oft setzt sich durch unsere Arbeit auch ein Prozess in den Familien in Gang, Verkrustetes bricht auf. Dann kann sich wirklich etwas bewegen.

Patrick, David (beide 10) und Talyscha (11) besuchen ein Soziales Gruppentraining

Fair Play.

Was macht ihr hier?

Wir lernen Fair Play.

Was ist das denn?

Gemeinsam etwas zu machen … Teamarbeit. Den anderen zuhören, sie nicht ärgern, sich nicht schlagen, andere nicht beleidigen.

Wie gefällt es euch hier?

Manu und Chris sind nett und freundlich, sie hören zu, können bei Problemen helfen. Sie sind selten streng, aber wenn, dann ist es auch in Ordnung. Wir haben Respekt vor ihnen, weil sie älter sind und nett. Wir verstehen uns auch untereinander. Wir machen Ausflüge, basteln, haben Spaß. Einmal waren wir beim Bowling – das war cool. Muskelkater haben wir nicht bekommen. Wir haben auch Freunde gefunden hier.

Was habt ihr euch für die Zukunft vorgenommen?

Talyscha:  Dass ich nett zu meinen Mitschülern bin. Aber das bin ich sowieso. Ich will hilfsbereit bleiben.
 

Alexej und David (beide 18) besuchen das Kinder- und Jugendhaus ‚Suspect‘ in Nürnberg

Reden.

Alexej:

Ich bin CNC-Techniker, im September komme ich ins dritte Ausbildungsjahr. Im Suspect treffe ich mich schon seit neun Jahren mit meinen Freunden.

David:

Und ich seit zehn. Wir waren immer hier, seit wir so kleine P*** waren :-)

Alexej:

Wir kennen alle Leute sehr gut, die Betreuer, man kann hier gut reden.

David:

Und die Erzieher kennen uns …

Alexej:

… sie wissen, wenn wir Probleme haben …

David:

… über die wir vielleicht mit unseren Eltern nicht so richtig sprechen können. Bei den Bewerbungen helfen sie uns auch.
Ich bin dieses Jahr mit der Wirtschaftsschule fertig geworden. Mein Traum ist es, in einer Versicherung oder Spedition zu arbeiten und zum Beispiel mal Dispositionsleiter zu werden. Hier kann ich meine Bewerbungen ausdrucken und Steffi und Gunther schauen drüber und geben mir Tipps.

 
 
 

Stefanie Ehret, Dipl.-Sozialpädagogin; Leiterin des Kinder- und Jugendhauses „Suspect“ in Nürnberg

Superschön.

Was macht die Kinder- und Jugendarbeit so spannend?

„Das ist ein vielfältiges Arbeitsfeld. Ich kann sehr frei und flexibel arbeiten - zum Beispiel auch rasch auf Trends und Nachfragen reagieren und entsprechende Angebote machen. Als bei den Jugendlichen mal wieder das Thema Street Art aufkam, haben wir spontan einen Graffiti-Workshop organisiert.

Ich arbeite im offenen Treff mit, wo ich in engem Kontakt mit den Kindern und Jugendlichen stehe. Ich plane, gestalte und berate. Und ich leite auch die medien- und sportpädagogische Arbeit.“

Sie begleiten Ihre Besucher oft über viele Jahre.

„Stimmt. Die Kinder und Jugendlichen, die neu zu uns kommen, entdecken das Haus für sich, lernen uns kennen, fassen Vertrauen. Wir bauen eine partnerschaftliche Beziehung auf. Unsere Besucher können mitgestalten und mitbestimmen. Und wenn eines Tages mal Probleme auftreten sollten, dann kommen sie auf uns zu. Es ist superschön, die Entwicklung junger Menschen mitzuerleben und sie zu fördern.“

Wie gehen Sie dabei vor?

„Wir denken sehr präventiv. Wir wollen die Kinder und Jugendlichen stark machen. Wir fördern ihre

Die offenen Angebote vermitteln Alltagskompetenzen. Sie reichen vom Backen und Kochen bis zu handwerklichen Arbeiten. Kürzlich haben wir zum Beispiel zusammen Holzkisten gebaut und lackiert. Wenn wir kochen, haben die Kinder viel Spaß – und entwickeln gleichzeitig einen Bezug zu Lebensmitteln.

Auch die Gruppenangebote sind vielfältig: Von der Thekengruppe, die sich um den Ein- und Verkauf kümmert, über die Tanzgruppe mit DJ bis zu eigenen Mädchen- und Jungengruppen.

Beliebt sind auch unsere Projekte. Der Mitternachtssport – nachts von 11 bis 1 Uhr 30 in einer Schulturnhalle – bietet eine sinnvolle Freizeitgestaltung für die Älteren in der Nacht. Im Projekt „Kick it for Girls“ können Mädchen unterschiedlichste Sportarten ausprobieren von HipHop über Fußball bis zum Wendo. Wir üben den fairen Umgang miteinander ein, vermitteln Gruppen- und Erfolgserlebnisse.“

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