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Herzwerker in Sulzbach-Rosenberg

Dezember 2014

Sulzbach-Rosenberg ist unsere letzte Etappe in diesem Jahr. Weihnachten steht vor der Tür. Die Schüler der Realschule in Sulzbach-Rosenberg setzen in der Vorweihnachtszeit eine Solidaraktion nach der anderen um. Vor Supermärkten bitten sie Kunden um Warenspenden für Obdachlose. Und auf der Bühne präsentieren sie Szenen über die Arbeit von Herzwerkern. Eindrücke aus dieser Woche haben drei der mitwirkenden Jugendlichen hier geschildert.

Drei Personen sitzen während der Vorstellung auf Tonnen auf der Bühne, eine vierte steht dahinter

Jennifer Frank – 15 Jahre, Realschule Sulzbach Rosenberg

Montag, 08. Dezember 2014

Heute war Herr Schaffer an unserer Schule. Er ist Heilerziehungspfleger. Menschen mit Behinderung werden von Heilpädagogen betreut, gefördert und unterstützt. Sein Aufgabenfeld bietet ihm viel Freiheit. Er arbeitet mit Jugendlichen, kann seine Hobbys während seiner Arbeitszeit ausleben. Er ist DJ, und legt für sie auf. Als er mit seiner Arbeit als DJ in der sozialen Einrichtung begann, kannten die Kids seinen Musikstil nicht. Sie kannten nur Schlagermusik. Jetzt sind sie aber auf dem Geschmack gekommen. Nach einiger Zeit trauten sich die Mädchen und Jungen zu tanzen, und sich mit anderen zu unterhalten. Eine Disco in der Schule, das will ich auch.

Herr Schaffer ist 1. FCN-Fan, und geht mit seinen Kids oft ins Stadion. Vor wenigen Wochen fuhr er mit zwei Jungs nach Nürnberg, weil deren Eltern für so was kein Geld und keine Zeit haben. Herr Schaffer erzählte uns, dass er die Jungs noch nie so glücklich gesehen hat.
Die Arbeit mit behinderten Menschen kann einem viel Freude bereiten, weil man nicht wie in einer Werkstatt nach Plan arbeiten muss.

 

Franziska Alex – 14 Jahre, Realschule Sulzbach Rosenberg

Mittwoch, 10. Dezember 2014

Diese Woche haben wir eine Show für Herzwerker an unserer Schule umgesetzt. Barbara Grötsch ist Erzieherin. Sie hat das Abitur gemacht, aber studieren wollte sie dann doch nicht. Sie hat zwar damit angefangen, doch das hat ihr nicht gefallen. Sie wollte nicht nur Stoff auswendig lernen, sondern eine praktische Ausbildung. Heute arbeitet sie in einer Krippe für behinderte und nicht behinderte Kinder. Sie steht ungern in der Früh auf. Aber im Gegensatz zu anderen Berufen kann sie mit den Kindern den Tag langsam angehen. Die Kinder sind ja selbst oft müde vom Aufstehen, Anziehen und dem Stress am Morgen. Sie Chillen gerne mit ihrer Erzieherin vor dem gemeinsamen Frühstück. Am Anfang hatte Frau Grötsch Schuldgefühle, denn wer verdient sein Geld schon mit Chillen? Sie tut aber das Richtige. Sie merkt ja was Kinder in der Früh brauchen. Ich habe doch auch Lehrer gerne, die es in der ersten Stunde etwas langsamer angehen.

 

Vinzenz Stemp – 15 Jahre, Realschule Sulzbach Rosenberg

Freitag, 12. Dezember 2014

Heute waren die zwei Schulaufführungen viel aufregender, als die Premiere vor den Erwachsenen. Es ist nicht einfach vor Klassenkameraden zu spielen. Oliver Guist war am coolsten. Er arbeitet in einem Jugendheim. Er war früher bei der Bundeswehr. Er hat zwölf Jahre gedient. Er hat 4 Auslandseinsätze gemacht, war auch in Afghanistan. Er musste sich nach den zwölf Jahren überlegen, was er zukünftig arbeiten will. Weil er bei der Bundeswehr für die jungen Soldaten verantwortlich war, lag ihm der Beruf zum Erzieher am Nächsten. Nach seiner Ausbildung hat er eine Weiterbildung zum Erlebnispädagogen gemacht. Er geht oft mit den Jugendlichen in die Berge, oder fährt mit ihnen Kanu. Das Publikum wurde gefragt, ob Oliver eher mit Jugendlichen oder Kinder arbeiten sollte. Alle waren sich einig: mit Jugendlichen. Das liegt an seine Art, seine Muskeln, und weil er ein Mann ist.