Slogan: Zukunftsministerium - Was Menschen berührt.
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Herzwerker in Aiterhofen

November 2014

In Aiterhofen gibt es eine Realschule, die an einem Kloster der Franziskanerinnen angeschlossen ist. Früher war es eine Mädchenschule, heute sind auch Jungs willkommen. Die Mädchen freuen sich darüber. Auf dem idyllischen Klostergelände wohnen einige der Schülerinnen in einem Internat. Eine Altenpflegeschule ist gleich nebenan. Als der Regisseur davon erfuhr, war die nächste Touretappe beschlossene Sache. Denn da wo Jugendliche in Wohngruppen leben und Altenpfleger ausgebildet werden, fühlen sich die Macher der Kampagne Herzwerker einfach gut aufgehoben. Eindrücke aus dieser Woche haben drei der mitwirkenden Jugendlichen hier geschildert.


Fakhranda Bakhschiyeva - 15 Jahre, Realschule Aiterhofen

Montag, 17. November 2014

Michael Niemaier arbeitet für das Jugendamt. Manche Jugendliche brauchen viel Hilfe, damit sie überhaupt noch in die Schule gehen wollen. Jugendliche müssen in die Schule, ob sie wollen oder nicht. Dafür gibt es ein Gesetz. Doch was ist, wenn jemand ständig die Schule schwänzt, oder im Unterricht nur noch stört. Dann ist es besser, wenn solche Jugendliche in kleinen Klassen lernen. Und wenn selbst das nicht mehr klappt, übt Herr Niemaier mit ihnen „in die Schule gehen“. Dafür hat er einen eigenen Trainingsraum in der Schule eingerichtet. Trainiert wird, was für meine Freundinnen und mich selbstverständlich ist. Der Eine muss lernen seinem Gegenüber beim Reden in die Augen zu schauen. Die Andere muss lernen ein Buch zu lesen. Nach zwei Jahren Spezialtraining können die meisten wieder eine ganz normale Klasse besuchen. Herr Niemaier kennt einen Jungen, der keine Lust auf Ferien hat. Daheim hört ihm niemand zu, und keiner macht etwas mit ihm. Herr Niemaier hilft ihn mit dem Leben besser klar zu kommen. Das ist sein Beruf. Er ist Erzieher.

 Ein Junge und ein Mann sitzen auf der Bühne während der Aufführung und unterhalten sich   zwei Mädchen auf der Bühne während der Vorstellung


Pascal Breitkreuz – 14 Jahre, Mittelschule Ittling

Dienstag, 18. November

Heute haben wir die Geschichten von Gestern vertieft, die Rollen verteilt. Die Geschichten von den Herzwerkern haben wir in einem Drehbuch verarbeitet und Texte geschrieben. Wir haben den Probenplan für die ganze Woche erstellt. Jetzt weiß jeder von uns, wann er auf die Bühne proben muss. Der Probeplan ist wichtig, damit wir nicht ständig unter Druck stehen müssen. „Schritt für Schritt“, hat der Regisseur gesagt. Die Mädchen wollen immer alles vorher wissen und vorgreifen. Der Probeplan hilft geduldig zu bleiben.

 

Emilie Matz - 13 Jahre, Realschule Aiterhofen

Freitag, 21. November 2014

Heute fahre ich nach Hause. Ich bin im Internat. Ich freue mich meine Mutter wiederzusehen. Die Aufführungen waren gut. Eigentlich habe ich mich in fast allen Rollen selbst gespielt, außer bei den Geschichten von Lukas Aumeier. Er lernt Altenpflege, in der Schule nebenan. Bei seinen Geschichten habe ich eine alte Frau gespielt. Diese freut sich ganz besonders, wenn Luka Dienst hat. Luka ist 21 Jahre alt. Die alten Menschen die er im Pflegeheim betreut, sind über 70. Wenn er in die Arbeit geht, ist es für viele der Bewohner so als ob der Enkel zu Besuch kommt. Luka Aumeier hat eine Ausbildung zum KFZ-Mechaniker. Heute hilft er alten Menschen zu leben, und zu sterben. Er sagt nicht viel. Auf der Bühne hat er auf die Fragen zu seinem Beruf mit wenigen Sätzen geantwortet. Das hat mir gefallen. Er sagte zum Beispiel: „In der Werkstatt kann man mit einem Motor nicht reden. Mit Menschen schon.“ Daher hat er den Beruf gewechselt, und will nun Altenpfleger werden.