Slogan: Zukunftsministerium - Was Menschen berührt.
Altenpflege
Jugendhilfe
Kindertagesbetreuung
Behindertenhilfe

Herzwerker in Bad Königshofen

Oktober 2014

In Bad Königshofen bewegte ein Vorfall die ganze Schule. Ein elfjähriger Schüler wurde auf dem Heimweg gehänselt, zog sein Taschenmesser. Es hätte schlimm enden können. Während in Filmen aufgebauscht wird, reagierten die Schule, die Kripo und das Jugendamt besonnen, Hand in Hand. Gerade das Jugendamt unterstützt in solchen Situationen die betroffenen Familien, und es geht in erster Linie um das Wohl der Kinder und nicht um die besten Einschaltquoten. Währenddessen probten die Herzwerker an der szenischen Talkshow. Eindrücke aus dieser Woche haben drei der Jugendlichen hier geschildert.


Sebastian Heusinger – 15 Jahre, Staatliche Realschule Bad Königshofen

Montag, 20. Oktober 2014

Frau Baum arbeitet mit Menschen mit Behinderung. Sie kam heute zum ersten Mal, um uns von ihrem Beruf und Berufsalltag zu erzählen. Sie war selbst Schülerin an unserer Schule. Eigentlich wollte sie in einem Kindergarten arbeiten. Während der Ausbildung erlebte sie behinderte Menschen, und wollte nur noch mit ihnen arbeiten. „Im Erzieherberuf geht das“, sagt sie. „Man hat eine sehr große Auswahl an Spezialisierungsmöglichkeiten.“ Heute ist sie Leiterin einer ganzen Abteilung, und das mit 30 Jahren. Sie hat Kariere gemacht.

 Blick auf die Bühne während der Schulaufführung


Tizian Bauer – 15 Jahre, Staatliche Realschule Bad Königshofen

Dienstag, 21 Oktober 2014

Frau Kleinhenz ist Altenpflegefachkraft. Heute erzählte sie uns, dass sie nie den Wunsch hatte in einem großen Seniorenheim zu arbeiten. Sie pflegt die Leute lieber in ihren Wohnungen. Sie hat jeden Tag Abwechslung und kommt durch den Außendienst raus. Sie fährt jeden Tag 120 km durch die Region. „In meiner Arbeitsstelle gibt es mehr Autos als Betten“ sagt sie.
Frau Kleinhenz macht nicht nur die Grundpflege. Sie misst zum Beispiel den Zucker oder geht mit den Leuten spazieren. Sie arbeitet seit nun 35 Jahren. Ihr Job macht ihr immer noch sehr viel Spaß. Doch nicht alles ist gut in der Pflege. Früher gab es die Pflege auf Rezept, heute bekommen die alten Menschen das Geld dafür überwiesen. Viele ältere Menschen heben lieber dieses Geld für ihre Enkel auf, und vernachlässigen somit ihre Pflege. „Das kann mit einem Rezept nicht passieren. Die Enkel kann man mit Rezepten nicht verwöhnen“, meint sie.

Frau Kleinhenz begreift sich als Seelsorgerin, weil viele Menschen von ihren Verwandten enttäuscht werden. Sie baut eine Beziehung zu den alten Menschen auf. Nach der Projektwoche wird sie aber erst einmal wieder Urlaub machen. Sie fährt mit ihrem Mann für drei Wochen auf eine spanische Insel.

 

Sophia Ebner – 14 Jahre, Staatliche Realschule Bad Königshofen

Freitag, 24 Oktober 2014

Die ganze Woche haben wir geprobt. Gestern war Premiere in Anwesenheit vom Landrat und dem Bürgermeister. Heute war aber das eigentliche Highlight der Woche. Unser Regisseur hat nämlich nach der Premiere Jens zufällig in einer Bar getroffen. Jens hat eine Behinderung. Unser Regisseur hat ihn sofort wiedererkannt, nur durch das was Frau Baum über ihn erzählt hat. Wir haben nämlich Geschichten über Jens inszeniert. Heute war Jens unser Ehrengast. Er war sogar mit auf der Bühne, hat vor mehr als 300 Jugendlichen frei gesprochen. Unser Regisseur hat ihn gefragt, ob er glaubt normal zu sein. Er hat nein gesagt. Dann wurde er gefragt, ob das Publikum normal sei. Er hat auch das verneint. Zum Schluss wollten wir wissen, ob es irgendein normaler Mensch auf dieser Welt gibt. Als er auch dazu nein sagte, hat das ganze Publikum gejubelt. Das war eine echt gute Talkshow, und nicht einstudiert wie bei vielen der üblichen Fernsehnachmittagen.