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Theaterprojekt in Bamberg

Februar 2013

Das Theaterprojekt gastierte an der Graf Staufenberg Realschule in Bamberg. Was die Darsteller dabei gefühlt haben, haben sie mit der Kamera und in Worten für uns festgehalten.

Maria Kunz

Maria KunzHeute haben die Proben begonnen. Vier Gäste haben spannende Geschichten aus ihren Berufen erzählt. Frau Sophia Schüler war früher selbst an unserer Schule und arbeitet nun bei der Lebenshilfe in Bamberg. Sie betreut Menschen mit geistiger Behinderung. Wir mussten nach jeder Erzählung die Szene die sie erzählte nachspielen. Und sie wurde zur Regisseurin. Sie verbesserte unsere Mimik und unsere Wortwahl. Denn wir wollen ja nicht behinderte Menschen auf der Bühne nachäffen, sondern sie so spielen wie sie wirklich sind. Gar nicht so einfach einen Autisten zu spielen. Frau Cornelia Schmittlein arbeitet in einer Jugendwohngruppe im Rahmen der Jugendhilfe. Sie erklärte uns, wie nervenaufreibend Jugendliche in der Pubertät sein können. Da mussten wir schmunzeln. Mir hat das persönlich am meisten gefallen. Herr Georg Wolf vom Otto Seniorenheim erzählte uns von seiner Arbeit. Er hat mehr als 1000 Menschen bisher in 30 Jahren gepflegt. Das hat mich beeindruckt. Und nun sollen wir aus den vielen Stories in nur drei Tagen eine szenische Berufsberatung von 90 Minuten hinbekommen? Ich bin aufgeregt!

Ayla Jildirim

Meine Eltern kommen aus der Türkei. Ich könnte mir auch vorstellen eine Herzwerkerin zu werden. Heute Nachmittag haben wir den Technikern geholfen die Bühne aufzubauen. Die Graf Staufenberg Halle ist ganz schön beeindruckend. Hier sind die Brose Baskets groß geworden, eine der besten Basketball Mannschaften Deutschlands. Viele Leute hier erinnern sich noch an den Erlebnissen in der Halle, in der 8000 Menschen hineinpassen. Es muss damals ein heißer Kessel gewesen sein, als die Fans ihre Mannschaft angefeuert haben. Das Parkett ist durchscheuert, und man merkt dem Boden seine Geschichte an. Und hier sollen wir also die Geschichte von Herzwerkern vor circa 1000 Menschen spielen. Unser Regisseur meinte, wir bekommen kein Mikro. Beim Theater ist die eigene Stimme das A und O!

Portrait AylaGraf Staufenberg Baskettball Halle

Pia Dauses

Meine Mutter arbeitet in einer Beratungsstelle. Dort habe ich ein Praktikum gemacht. Ich will mit einer Ausbildung zur Erzieherin nach meinem Abschluss beginnen. Ich bin zwar in Bamberg geboren, aber meine Eltern kommen aus Sardinien. Bei uns in Italien ist der Familienzusammenhalt sehr wichtig. Heute habe ich die Rolle einer alten Frau mit unserem Regisseur eingeübt. Daniel spielt einen Pfleger, der sich hinsetzt und mir zuhört. Herr Wolf hat uns ja am Montag erzählt, dass Pflege mehr bedeutet als Menschen zu waschen. Man muss ihnen zuhören. Und als alte Dame darf ich auf der Bühne ihn die ganze Zeit bequatschen. Das macht richtig Spaß!

Pause Vor Der Zweiten Auff _hrungPia Portrait

Daniel Karchevskiy

In zehn Minuten beginnt unsere letzte von drei Aufführungen vor allen Neunten und Zehnten. Unser Regisseur meint, vor Gleichaltrigen zu spielen ist schwerer als vor Erwachsenen. Gestern waren 350 Menschen da. Um 8 Uhr waren es 300 Schüler und nun kommen noch einmal 250 zur letzten Aufführung. Es macht Spaß auf dem Roten Sessel zu sitzen, wo die Herzwerker bei den Aufführungen ihren Platz einnehmen. Die Herzwerker erzählen entspannt von ihren Berufen, während wir uns auf der Bühne anstrengen die Geschichten richtig nachzuspielen. Gleich nach der letzten Aufführung beginnt der Abbau und dann wird hier wieder Basketball gespielt.